06.12.2019
Statement der Freien Wähler Grafing zum Thema "Bürgerbegehren Stadthalle Grafing"

Gemeinsam eine Lösung finden statt parteipolitischem Geplänkel!

„Wollen Sie für den Erhalt des Gebäudes weiter Geld ausgeben oder dieses nicht besser in einen Neubau der Stadthalle investieren?“ – diese Fragestellung eines geplanten Bürgerbegehrens von politischen VertreterInnen des BfG wird der Komplexität dieses Themas in keiner Weise gerecht: Sehr bewusst haben wir uns als Stadträte der FW Grafing gegen eine Ratsbegehren zu dieser Fragestellung ausgesprochen. Die Stadthalle – mit all ihrem  jetzt umfangreich dokumentierten Sanierungsbedarf – stellt einen wesentlichen Bestandteil des Kulturlebens in Grafing dar. Jetzt durch ein Bürgerbegehren eine Einstellung aller Sanierungsmaßnahmen zu riskieren heißt: Die Stadthalle wird aufgrund eines fehlendes Sanierungskonzeptes ihre Nutzungserlaubnis verlieren, sie wird Ende 2020 geschlossen werden. Ein Abriss und  Neubau eines stadtbildprägenden Gebäudes, das in seiner Grundsubstanz werthaltig und solide ist, ist weder nachhaltig noch von den Kosten realistisch einschätzbar. Zudem verlieren wichtige Vereine, die das soziale Leben in der Stadt mitprägen, ihren Veranstaltungsort auf unbestimmte Zeit! Das würde das Aus für das Faschingsvariete des TSV oder die Theateraufführungen der Atteltaler bedeuten, um nur zwei Beispiele zu nennen. Ob ein Neubau überhaupt das Einverständnis der Rechtsaufsicht findet ist  nicht gesichert. Ein Bürgerbegehren zum jetzigen Zeitpunkt zu initiieren, ist grob fahrlässig: Eine realistische Einschätzung, wie und wann ein Neubau mit welcher Ausstattung überhaupt realisiert werden könnte, ist zum jetzigen Stand schlichtweg nicht möglich.  Wir treten vehement für eine konstruktive sachliche Auseinandersetzung mit diesem Thema ein, mit dem Ziel, ein tragfähiges Konzept zu entwickeln.  Die Stadthalle muss es uns wert sein, besonnen und nachhaltig zu entscheiden. Weder die Stadthalle zum Thema eines unausgegorenen Bürgerbegehrens zu machen, noch sie als politisches Wahlkampfthema zu missbrauchen, wird ihr dabei gerecht!